Anna-Maria (sabina2)
geboren am 18. März 2005 in der 37. SSW mit 700 g und 31,5 cm Länge

Frühchenbild:

Vorstellung:

    Hallooo 

    Mein Name ist Sabina ,ich bin seit ganz kurzem 40 Jahre alt und habe 4 Kinder und 3 Sternenkinder. Ausserdem bin ich von meiner grossen schon zur superstolzen Oma gemacht worden, im selben Jahr als meine Anna-Maria zur Welt kam.
Geburtsbericht:

    Nun denke ich ist es an der Zeit etwas über Anna-Maria zu erzählen.
    Wie ihr jetzt schon wisst habe ich ja 3 Babys wegen Plazentainsuffizienz verloren.
    Kein Arzt weiss warum dass bei mir so gehäuft auftritt. Ich habe ja zwei grosse und zwei Kleine Kinder.
    18 und 16 Jahre ,die zwei kamen problemlos, unsere Viktoria ein Frühchen der 34 SSW, war auch schon unterversorgt und zu klein, ging ihr aber von Anfang an supergut. Nun ist sie gerade 7 geworden.
    Anna-Marias Schwangerschaft war nicht geplant, wir haben uns zwar gefreut, hatten aber gleichzeitig schreckliche Angst, dass die Schwangerschaften wieder so fatal enden würde.
    Darum hab ichs auch keinem ausser meinem Mann gesagt.
    Es war wie immer, bis zur 20 SSW entwickelte sich das Baby zeitgerecht, aber dann ging es wieder von vorne los.
    Unsere kleine Maus, wuchs nur mehr ganz wenig.
    In der 28 SSW war auf einmal fast das ganze Fruchtwasser weg. Ich wurde in die ca. 40km. entfernte Frauenklinik mit Kinderklink in der Nähe überwiesen.
    Der dortige Primar ist eine Korifeh auf seinem Gebiet, er hat auch schon Babys im Mutterleib operiert, nur menschlich hat er einige Mankos.
    Nach eingehendem Schall teilte er mit, dass für unser Baby keinerlei Chance auf ein gesunder Überleben bestünde.
    Der Doppler war hochpathologisch, keine Gestose, die venöse Durchblutung beim Kind katastrophal. Unser Zwerg befand sich in Steisslage und hatte nur mehr beim Köpfchen etwas Fruchtwasser, womit es sich einen Art Notkreislauf erhalten konnte. Herz schlug immer kräftig, in dieser Zeit wurde das einzige CTG geschrieben. Es wurde natürlich auch noch die Genetik bestimmt, da der Primar ja meinte, aus medizinischer Sicht hätte man zwar die SSW beenden können, aber ich sei ja bereits in der 29 SSW und damit ist es zu spät.
    Unsere kleine war schon um ca. 5-6 Wochen zu klein. Man ging davon aus dass sie durch die permanente Unterversorgung bereits schwerste vorgeburtliche Schäden erlitten habe. Sprich spastische Lähmungen, und Gehirnblutungen, sie konnte sich ja kaum mehr bewegen, das heisst auch ihre Muskeln konnten sich nicht richtig entwickeln, von der Lungensituation ganz zu schweigen. Falls wir sie jetzt doch holen würden, geschätztes Gew. ca. 500 Gramm, sollte mindestens das doppelte wiegen, meinte der Primar, holen wir sie nur zum Sterben.
    wir wollten unser Kind ja keinesfalls leiden lassen .Man ging davon aus dass sie in den nächsten 2-3 Wochen ohnehin im Mutterleib sterben würde. Dies war für uns natürlich furchtbar, kaum beschreiblich.
    Also ging ich eine Woche zu meinem Frauenarzt und die zweite Woche wieder in die Frauenklinik.
    Unser Baby wuchs im Millimeterbereich,war aber immer noch am Leben.
    Der Primar meinte einmal zu mir,ich müsse ja nicht schon wieder schwanger werden,wenn uns das schon mehrmals passiert ist, da könne er nur an unsere Elternverantwortlichkeit apelieren., also bräuchte ich jetzt auch nicht jammern.
    Ich war damals so fertig, dass ich ihm gar nicht antworten konnte, das habe ich erst 11 Monate nach Annamias Geburt gemacht.
    Ich entwickelte einen zunehmen höheren Blutdruck, aber keine Gestose.
    Woche um Woche vergingen, nach 10!!!!!!!! Wochen ,war mein Blutdruck so hoch, dass sogar der Primar meinte, er übernehme keine Verantwortung mehr für mein Leben, es müsse auf der Stelle die Geburt eingeleitet werden.
    Das war für uns soooo furchtbar, ich wusste ja, dass unsere Kleine die Geburt nicht überleben konnte. Bei den ersten Wehen würde die Sauerstoffversorgung abrupt enden und sie somit sterben.
    An ihrer Situation hatte sich in all den Wochen nichts verändert, aus Erfahrung wusste man, das so ein unterversorgtes Baby, nicht mal per Kaiserschnitt lebend auf die Welt kommt und dann müsste man es trotz seiner massiven Behinderungen, ausgelöst durch den permanenten Sauerstoffmangel ärztlich versorgen und es hätte ausser Qualen nichts von seinem Leben. Auf Grund dieser Diagnose und auch aus unseren Erfahrungen, meine 3 anderen Babys starben ja immer im Mutterleib, stimmten wir der geplanten Totgeburt zu. Es sollte kein CTG laufen und auch ohne Arzt, nur eine Hebammen. Falls unsere Kleine, was aber eigentlich gar nicht sein konnte, ihre Geburt überlebt, sollten wir sie halten und beim Sterben begleiten.
    Das war so schlimm, da ich zu unserer Kleinen von Anfang an ein ganz besonderes Verhältnis hatte. :
    Ich bekam ein Zäpfchen und nach nur 2 Stunden kam unsere Kleine auf die Welt. Ich merkte sofort an der Reaktion der Hebamme, dass sie noch lebte.
    Unsere Kleine wurde notgetauft in ein Handtuch gewickelt und uns dann in die Hände gelegt.
    Die Hebamme war mit der Situation absolut überfordert, wir auch, denn das konnte ja eigentlich nicht sein. Annamia war so winzig, hatte viele blonde Haare, atmete anfangs etwas schwer und war auch bläulich im Gesicht. Ich hatte ja 15 min. zuvor noch ein Schmerzmittel bekommen.
    das schlug sich ja auf ihre Atmung nieder. Aber nach ca. 17 min. wurde unsere kleine ganz rosa und versuchte die Augen aufzumachen. Erst da wurde die Hebamme unruhig und verschwand, sie kam mit einer Ärztin wieder, die meinen Mann bat mit ihr und unserer kleinen rauszugehen,sie müsse eine Sofortstatus vom Baby machen.
    Ich war derweil ganz alleine und konnte keinen klaren Gedanken fassen.
    Alle Ärzte waren fassungslos, unsere Süsse hatte super APgar- Werte. 9 9 9 und schien keinerlei Probleme mit der Atmung zu haben. Wir wurden um Erlaubnis gebeten sie in die Kinderklinik transferieren zu lassen.
    Mittlerweile waren sicherlich 25 Minuten vergangen, erst dann begann die ärztliche Versorgungskette. ärgert mich noch heute.

    Unsere Kleine galt als absolutes Wunder ,sie kam in der 37 SSW mit 700 Gramm und 31,5 cm zur Welt. Sie war somit um ca. 13 Wochen zu klein.
    Für uns begann eine bange Zeit des Wartens, wir wussten ja nicht ob sie stark genug zum Leben war.
    Aber das war sie, ich verliess am nächsten Tag die Frauenklinik und mein erster Weg war zu ihr, sie durfte gleich zu mir raus zum Kuscheln.
    Anna-Maria war absolut gesund, sie war 3 Wochen auf der Kinderintensiv, wobei sie nach ca. 16 Tagen schon im Wärmebettchen war. Wir hatten absolut kein Gewand für sie, sie war gerade mal 890 Gramm schwer und 39 cm gross, sie hatte einen Spätinfekt und benötigte 2 Blutkonserven, das war alles.........
    Sie durfte nach 3 Wochen nach Steyr, unser Heimatort und blieb da auch noch 3 Wochen . Mit 1540 Gramm und 41 cm durfte sie zu uns Anfang Mai nach Hause.
    Unsere Kleine ist natürlich sehr zart ,aber ganz gesund, das ist eigentlich das zweite grosse Wunder.
    Angeblich gibt es keinen vergleichbaren Fall, sogar die Ärzte sprachen von einem Wunder und das heisst etwas.
    Wir sind unwahrscheinlich stolz auf unsere kleine und denke sie hatte ganz besondere Schutzengel.
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